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Korallenfeuer (Isabel Beto)


Rowohlt Verlag


Die Autorin


Isabel Beto arbeitete als Malerin bevor sie begann Bücher zu schreiben. Sie liebt es, in ihre Geschichten und Bilder einzutauchen und so fremde und vor allem exotische Welten erleben zu können. Im Rowohlt Taschenbuch Verlag erschienen bereits Die Bucht des grünen Mondes und An den Ufern des goldenen Flusses.


Korallenfeuer


Noelle ist Sklavin der wohlhabenden Familie Hodoul, in welcher sie einige Sonderstellungen genießt. Ganz im Gegensatz zu anderen Sklaven ihrer Zeit. Sie gehört durch ihre „milchkaffee“-farbene Haut weder zu den Weißen noch zu den Schwarzen, was sie des öfteren in Konflikte bringt. Als sich ihr Onkel, der ebenfalls Sklave ist, schwer verletzt, will sie nicht den ansässigen Arzt um Hilfe bitten, da dieser im Ruf steht zu trinken, sondern bittet den Schiffsarzt Thierry Carnot um Hilfe. Doch den jungen Franzosen umgibt ein tiefes Geheimnis, welches er niemandem zu offenbaren versucht. Doch Noelle entdeckt, dass Thierry viel mehr in ihr weckt, als sie zu hoffen glaubt und die beiden nähern sich immer mehr an. Auch der junge Arzt hat einen Narren an der schönen Sklavin gefressen. Aber Noelle ahnt nicht, was Thierry verbirgt und was ihn immer wieder dazu zwingt, ein Leben ohne seine Vergangenheit zu führen.


Fazit


Ein spannendes und emotionales Buch, welches vor allem durch die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen der Seychelleninsel Mahé besticht. Unglaublich gern würde man als Leser selbst auf dieser Insel Urlaub machen und in einigen Szenen spürt man förmlich die Sonne und das Salz des Meeres auf der eigenen Haut. Besonders gut hat mir auch das Cover gefallen, welches die ganze Schönheit der Insel einfängt.
Die beiden Hauptprotagonisten Noelle und Thierry sind beide auf ihre Weise spannend und reisen den Leser mit. Das Geheimnis um Thierrys Person, welches er tunlichst zu verheimlichen sucht, führt den Spannungsbogen durch das gesamte Buch. Erst im letzten Teil wird den übrigen Protagonisten offenbart, was es mit ihm auf sich hat. Der Leser erfährt es schon zu Beginn, da das erste Kapitel in London 1790 mit seiner Geschichte beginnt. Die Angst, die Thierry ständig mit sich herumträgt, wird dem Leser nur zu oft deutlich vor Augen geführt.


Das Thema, welches sich durch das ganze Buch zieht, ist vor allem der grausame Umgang mit den Sklaven. Nicht nur, dass sie für das kleinste Vergehen bestraft werden, es sind vor allem die harten Strafen, welche dem Leser immer wieder ins Auge springen. Sogar Noelle, die sich nur verteidigen wollte, kommt in die Gefahr einer solchen Strafe zu erliegen. Sehr oft empfand ich es als ungerechtfertig und grausam. Auch die medizinischen Kenntnisse zu der Zeit beeindrucken sehr, denn mit den wenigsten Materialen gelingt es den Ärzten, unter größten Schmerzen seitens der Patienten, sogar Nierensteine zu entfernen. Der Autorin gelingt es, diese Strapazen sehr bildhaft darzustellen.


An einigen Stellen fand ich das Buch ein wenig langwierig und auch mit den vielen Protagonisten kam ich das ein oder andere Mal durcheinander. Trotzdem ein schönes Buch, welches sich zu lesen lohnt.

 

http://immer-mit-buch.blogspot.de/2014/07/korallenfeuer-isabel-beto.html