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LieLu

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Everflame: Verräterliebe (If you fail, your burn) (Josephine Angelini)

Erschienen:

24. Oktober 2016

Seitenzahl: 448

Verlag: Dressler Verlag

Hardcover: 19,99 €

ISBN: 978-3791526324

 

Die Autorin

 

Josephine Angelini wurde in Massachusetts/USA geboren und lebt mit ihrer Familie derzeit in Los Angeles. Sie studierte angewandte Theaterwissenschaften in New York und veröffentlichte mit der „Göttlich“-Trilogie ihr Debüt.

 

Verräterliebe

 

Lily Proctor, die noch vor ein paar Monaten eine ganz normale 17-jährige war, die zur Highschool ging und ein durch Krankheiten geprägtes Lieben führte, hat nun ein ganz und gar nicht mehr normales Leben. In einer Parallelwelt ist sie eine mächtige Hexe, die bereits jetzt über sich hinaus gewachsen ist. Nun ist Lily mit ihren Helfern unterwegs und macht im Westen des Landes eine Entdeckung, auf welche sie gern verzichtet hätte. Nur knapp entkommt ihre kleine Gruppe einer Gruppe von Bienenwirkern und trifft nun auf eine Stadt mit einer Bürgermeisterin, die es in sich hat. Lily weiß, dass sie kämpfen muss. Doch kann sie gegen einen so starken Gegner überhaupt gewinnen? Welche Chance hat Lily, deren Schwester Lillian doch so viel stärker ist als sie?

 

Fazit

 

Ein toller Abschlussband der „Everflame“-Trilogie von Josephine Angelini, welcher für mich die Reihe sehr würdig abgeschlossen hat. Die Hauptprotagonistin Lily war für mich wieder sehr sympathisch, auch wenn ich einige Entscheidungen, die sie traf, sicher nicht nachvollziehen kann. Aber bei diesem Buch finde ich, dass genau das den Reiz des Buches ausmacht. Allerdings fand ich sie an einigen Stellen unglaublich naiv, das ging mir häufig ziemlich auf die Nerven. Lily dachte häufig überhaupt nicht nach und brachte damit ihre Freunde in Gefahr. Ihre kleine Gruppe von Helfern hat einen tollen Zusammenhang und hilft ihr, wo sie nur können. Ich hatte meine Schwierigkeiten zu Beginn des Buches wieder ins Geschehen zu finden, da ich den ersten und zweiten Band schon vor einer ganzen Weile gelesen habe. Gerade Band Eins hat mir aber sehr sehr gut gefallen. Der Schreib- und Erzählstil der Autorin hat mir wie immer sehr gut gefallen. An Josephine Angelini habe ich bereits in der „Göttlich“-Trilogie einen Narren gefressen und sie bestätigt ihn in „Everflame2 erneut. Obwohl ich nicht mehr im Geschehen stand, dauerte es nicht lang, bis ich mich in Lily und Lillians Welt wieder zurecht finden konnte. Besonders gut gefallen, hat mir das Ende des Romans, von welchem lang nicht klar war, wie es ausgehen würde. In der Zwischenhandlung hätte es für mich allerdings gern noch ein paar Höhepunkte geben können. Häufig plätscherte die Handlung einfach vor sich hin, das fand ich etwas schade. Trotzdem fand ich diesen letzten Band sehr gelungen und bin fast ein bisschen traurig, Lily, Lillian und ihre Freunde nun verlassen zu müssen. Über die Gestaltung des Romans möchte ich gar nicht mehr so viele Worte verlieren, sie wurden ja vor zwei Jahren etwa neu gestaltet. Mir persönlich gefiel die alte Buchgestaltung besser, aber das tut dem Inhalt keinen Abbruch.

 

http://immer-mit-buch.blogspot.de/2017/02/rezension-everflame-verraterliebe-ein.html

Ein Meer aus Tinte und Gold

Ein Meer aus Tinte und Gold (Traci Chee)

Erschienen:

25. November 2016

Seitenzahl: 480

Verlag: Carlsen Verlag

Hardcover: 17,99 €

ISBN: 9783551583529

 

Die Autorin

Traci Chee studierte Literatur und Kreatives Schreiben in Santa Cruz und San Francisco. Sie liebt Buchkunst, Kunstbücher und Gedichte, versucht sich aber auch im Klavierspielen und der Eiermalerei. Mit ihrem blitzschnellen Hund lebt sie in Kalifornien. »Ein Meer aus Tinte und Gold« ist ihr Jugendbuchdebüt.

 

Ein Meer aus Tinte und Gold

 

Sofias Eltern werden ermordet und das Mädchen schafft es nur mit knapper Not den Einbrechern zu entkommen. Nun kämpft sie mit ihrer Tante Nin ums Überleben. Doch dann werden sie erneut überfallen und Nin entführt. Sofia ist verzweifelt, was soll sie nur tun? Aber ihre Eltern haben für den Fall der Fälle vorgesorgt. Sie haben Sofia trainiert, sodass sie überleben kann. Und helfen soll ihr dabei ein Buch. Jedoch lebt die junge Frau in einer Welt, in welcher Bücher verboten sind, daher kann sie auch nicht lesen. Doch sie spürt die magische Verbundenheit zu dem Buch und kann es nicht aus der Hand geben, ganz egal welche Gefahr es birgt. Mit der Zeit beginnt sie die Buchstaben lesen zu lernen und trifft auf der Suche nach Nin auf einen stummen Jungen, der voller Geheimnisse steckt.

 

Fazit

 

Was für ein unglaubliches Cover!!! Nicht nur, dass ein Buch auf dem Cover abgebildet ist, weshalb es natürlich jeder Buchliebhaber unbedingt haben muss. Das Buch ist zudem in einem golden glänzenden Schutzumschlag. Auf dem Buch des Covers befinden sich ein Schiff und eine dunkle Gestalt, aus welchem Buchstaben emporsteigen. Allein dieses Cover konnte mich einfangen. Als ich dann auch noch den Klappentext las, auf welchem es um Sofia geht, deren Eltern zusammen mit ihrer Tante Nin ums Überleben kämpfen. Sofias Tante wird entführt und schnell wird klar, dass Sofia sie nur mit Hilfe eines Buches wiederfinden kann. Besonders gut gefallen, haben mir die anders gestalteten Seiten in der Mitte des Buches, welche eine andere Geschichte erzählen, als die Reise von Sofia und dem stummen Jungen, welche auf der Suche nach Nin sind. Diese beiden Handlungsstränge machen den Roman abwechslungsreich und ansprechend, auch wenn mir die Handlung rund um Sofia von Beginn an am besten gefallen hat. Der Schreib- und Erzählstil des Buches ist einfach und ansprechend, sodass ich wenig Mühe hatte, der Handlung zu folgen. Leider ließ für meinen Geschmack die Spannung zur Mitte des Romans zu ziemlich ab. Etwa ab Seite 160 hatte ich immer mehr Mühe am Ball zu bleiben und das Buch nicht aus der Hand zu legen. Auch verwirrten mich einige Dinge immer mehr, auch bedingt durch die beiden Handlungsstränge. Der zweite Teil des Buches, konnte mich schon wieder mehr überzeugen. Hier gefiel mir auch Sofia besser. Alles in allem kein schlechter Roman, der sicher an der ein oder anderen Stelle noch ausbaufähig ist.

http://immer-mit-buch.blogspot.de/2017/01/rezension-ein-meer-aus-tinte-und-gold.html

Armstrong - Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond

Armstrong: Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond - Torben Kuhlmann, Torben Kuhlmann Armstrong – Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond (Torben Kuhlmann) Erschienen: 25. Juli 2016 Seitenzahl: 128 Verlag: NordSüd Verlag Hardcover: 19,99 € ISBN: 978334103483 Der Autor Torben Kuhlmann ist ein deutscher Kommunikationsdesigner, Illustrator und Bilderbuchautor. Er studierte Illustration und Kommunikationsdesign an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. 2014 veröffentlichte er sein erstes Buch, Lindbergh - Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus im NordSüd Verlag. Dieses Buch ist das Produkt seiner Abschlussarbeit an der Hochschule. Torben Kuhlmann lebt in Hamburg. Armstrong – Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond Amerika in den 1950er Jahren. Armstrong ist eine kleine wissbegierige Maus, die jede Nacht den Mond beobachtet. Unglaublich weit weg kommt er ihm vor, aber unglaublich interessant. Sein Fernrohr zeigt ihm jeden noch so kleinen Krater. Seine Artgenossen interessiert das herzlich wenig, sie sind dem Käsekult verfallen. Doch Armstrong kann sich nicht vorstellen, dass der Mond wirklich aus Käse sein soll. Wirklich nicht. Als dann auch noch die Mäuseluftfahrt revolutioniert wird, scheint für Armstrong ein lang gehegter Traum in Erfüllung zu gehen. Er will der Frage nach dem Käsemond endlich auf den Grund gehen. Armstrong will die erste Maus auf dem Mond werden. Und zwar um jeden Preis… Fazit Ein unglaublich schön gestaltetes Kinderbuch, welches bereits durch seine traumhaft gestaltete Coverillustration anspricht. Armstrong ist ein niedlicher Protagonist, der den Leser sofort gefangen nimmt und mit auf die Reise nimmt. Armstrong hat nur ein Ziel: Er will zum Mond. So wie es in der Realität sein Namensvetter Neil Armstrong 1969 geschafft hat, welcher der erste Mensch auf dem Mond war. Im Rahmen des Kalten Krieges und dem Wettlauf im All zwischen den beiden Supermächten USA und UdSSR konnten sich die USA nun scheinbar an die Spitze setzen, nachdem einige Versuche den Mond zu betreten, auf beiden Seiten schief gingen. Auch die Maus Armstrong hat einige Schwierigkeiten und muss einige Rückschläge auf dem Weg zum Mond hinnehmen. Der Schreib- und Erzählstil des Buches war locker, leicht und trotzdem spannend. Die Illustrationen unterstreichen die kurzen Textabschnitte und lassen das Buch absolut nicht langweilig werden. Einige Überraschungsmomente im Buch, schaffen es die Aufmerksamkeit des Lesers für sich zu behalten. Vor allem der Mut und die Abenteuerlust des kleinen Mäuserichs, der sich durch nichts aufhalten lässt, fand ich beeindruckend. Die einfachen Sätze und die vielen kleinen Details im Buch, machen die Geschichte komplett und lassen sie zu einem wunderschönen Kinderbuch werden. Mit viel Witz und Charme wird die amerikanische Geschichte von Neil Armstrongs Mondlandung 1969 für Kinder dargestellt. Das Sachbuch ist nicht nur schön illustriert, sondern hält sich auch gut an historische Wirklichkeiten. Alles in allem ein tolles Bilderbuch, welches mir wirklich gut gefallen hat und ich mit meinen Kindern auf jeden Fall lesen würde. Ein Buch was Mut macht und Lust auf weitere Abenteuer.
Quelle: http://immer-mit-buch.blogspot.de/2016/11/rezension-armstrong-die-abenteuerliche.html

Lizzy Carbon und der Klub der Verlierer (Mario Fesler)

Lizzy Carbon und der Klub der Verlierer (Mario Fesler) Erschienen: Juli 2016 Seitenzahl: 240 Verlag: Magellan Verlag Hardcover: 14,95 € ISBN: 3734850258 Der Autor Mario Fesler, geboren 1978 in Mannheim, studierte Theaterwissenschaften und Neuere Deutsche Literatur in Erlangen und Berlin. Seit dem Studienabschluss arbeitet er als Teamleiter im Kundenservice eines Spielwarenhändlers. Daneben konzipiert und moderiert er seit 2004 gemeinsam mit einem Freund Quizveranstaltungen in Berliner Kneipen und Pubs. Für seinen Debütroman »Die Wahrheit über Oliver« war er 2012 für den Kinder- und Jugenbuchpreis „Der goldene Pick“ nominiert. Lizzy Carbon und der Klub der Verlierer Lizzy Carbon ist ein typischer Nerd. Seit einiger Zeit verändert sich Lizzys Körper, ihre Klassenkameraden scheinen es ebenfalls auf sie abgesehen zu haben. Immer häufiger schauen sie abfällig auf Lizzy und ihre beste Freundin Kristine herunter und beschämen sie mit Liedern und Reimen über die beiden Mädchen. Das anstehende Schulfest macht es Lizzy nicht wirklich einfacher und ihre Laune hebt sich auch dann nicht, als sie von ihrer Schulfestgruppe zum Spülen eingeteilt wird. Doch dann muss Lizzy am eigenen Leib erfahren, was es heißt die Klappe zu weit aufzureisen, denn plötzlich muss sie sich selbst um eine Projektgruppe kümmern. Der „Klub der Verlierer“ ist geboren. Doch Lizzy hat das untrügliche Gefühl, dass es mit den anderen Schülern der Nerd-Gruppe nicht wirklich funktionieren wird. Fazit Ein amüsanter Jugendroman über die Schwierigkeiten der Pubertät, vor allem dann, wenn man von seinem Umfeld als Außenseiter abgestempelt wird. Lizzy ist genau in dieser Situation. Nicht einmal ihre Eltern scheinen sie ernst zu nehmen. Das macht die junge Frau häufig traurig. Zum Glück ist da noch ihre beste Freundin Kristine, der es ähnlich geht wie Lizzy. Zusammen gehen sie durch dick und dünn. Als dann jedoch das Schulfest ansteht, scheint die gute Laune der beiden Mädchen immer mehr zu schwinden. Als dann auch noch der große Knall kommt, wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Der Schreib- und Erzählstil des Jugendromans ist locker, leicht und ansprechend. Man kommt als Leser sehr gut ins Geschehen hinein und kann sich auch in Lizzy hinein versetzen. Zu Beginn ging mir die Protagonistin ziemlich auf die Nerven. Ich konnte nicht nachvollziehen, wie dieses Mädchen einfach den Mund nicht aufbekommt. Sie erzählt niemandem von ihren Problemen in der Schule, mit ihren Klassenkameraden und auch ihrem Bruder, der sie schikaniert, wo er nur kann. Als sie dann von ihrer Tante ein Tagebuch geschenkt bekommt, vertraut sie ihm ihre Probleme an. Im Laufe des Romans lernt man die Hauptfigur näher kennen und bekommt einen tieferen Einblick in die Abgründe, die sich teilweise vor ihr öffnen. Dadurch versteht man sie besser. Auch ihr Alter sollte nicht außer Acht gelassen werden. Alles in allem ein spannender Roman, auch wenn ich die Handlung ein wenig oberflächlich und kurz fand. Es hätte meines Erachtens gern ein wenig tiefer und umfassender geschrieben werden können. Auch das Ende gefiel mir leider so gar nicht. Das fand ich doch etwas weit hergeholt. Aber auf jeden Fall eine schöne Idee, um sich mit den Themen „Mobbing“, „Außenseiter in der Schule“ und „Pubertät“ zu beschäftigen. Besonders gut gefallen, hat mir die Gestaltung des Buches. Es springt durch seine bunten Farben, die an Gekritzel auf einem Schulblock erinnern, ins Auge.

Wonderland (Christina Stein)

Wonderland (Christina Stein) Erschienen: 15. August 2016 Seitenzahl: 382 Verlag: S. Fischer Verlag Softcover: 12,99 € ISBN: 9783733502898 Die Autorin Christina Stein wurde 1978 in Bonn geboren und studierte Archäologie. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie mehrfach ausgezeichnet. „Wonderland“ ist ein beängstigend realistischer Thriller über menschliche Abgründe und das Einzige, was uns vor uns selbst retten kann: Liebe und Freundschaft. Wonderland Es hätte das Paradies auf Erden sein können. Thailand, Palmen, Sonne, Strand und Sonnenschein. Dazu ein riesiges Haus am Strand mit Pool und allem was dazu gehört Als Lizzy und ihre Freunde jedoch am nächsten Morgen aufwachen, können sie es nicht glauben. Sie sind gefangen. Und kein Ausweg scheint möglich. Zudem ist es ein Spiel auf Leben und Tod. Jeden Tag sollen sie einen von ihnen opfern. Das sagt ihnen die Dämonenstimme, die aus den Lautsprechern zu ihnen herunterschallt. Lizzy kann es nicht glauben. Sie und ihre Freunde können sich nicht vorstellen, wer so etwas tun könnte. Dazu kommt, dass Lizzy ohne ihre Medikamente kaum einen Tag überleben kann... Fazit Ein interessanter Thriller, welcher mich von der ersten Seite an fesseln konnte. Bereits der Anfang des Buches war wirklich spannend. Man ist sofort mitten im Geschehen und lernt die Freunde kennen, die sich selbst erst vor ein paar Tagen kennengelernt hat. Dieses Phänomen soll noch Folgen haben, die sich die Jungs und Mädchen noch nicht vorstellen können. Bisher tritt nur eine Protagonistin in den Vordergrund, Lizzy. Allerdings erschien sie mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht als die Hauptprotagonistin, zu welcher sie sich im Verlauf des Thrillers noch entwickeln sollte. Der Schreib- und Erzählstil des Buches erscheint zunächst leicht und trotzdem spannend. Die Atmosphäre ist von Anfang an bedrückend. Man hat das Gefühl, dass gleich etwas Schlimmes passiert, ahnt aber nicht, was es ist. Ich persönlich lese mir Klappentexte kaum noch durch, weil ich meist finde, dass sie zuviel verraten. Bei diesem Buch ist das etwas besser gestaltet. Es steht nur sehr wenig auf der Rückseite. Den Schreibstil fand ich gut gelungen, denn ich habe zu keiner Zeit das Bedürfnis gehabt, das Buch weglegen zu wollen. Es ist zudem gekennzeichnet durch eine tolle Dynamik. Die Kids sind immer in Bewegung und jeder hat sein eigenes kleines Geheimnis. Nach und nach kommen immer mehr Abgründe ans Licht, die in einer Notsituation zwangsläufig zu Tage treten. Allerdings scheint die ganze Sache immer größere Kreise zu ziehen und der ein oder andere der Freunde scheint eine wichtige Rolle in dieser Situation zu spielen. Sie müssen selbst herausfinden welche. Gut gelungen finde ich auch die Covergestaltung. Eine Art Dschungel im Hintergrund und ein blutroter Handabdruck in der Mitte der Front. Drum herum steht in dicken Lettern „Wonderland“. Die Titelwahl finde ich nicht ganz so passend, aber das ist Geschmacksache. Alles in allem ein gelungener, packender Thriller.

[Rezension] "Wolf Moon River" - eine spannende Grundidee

Wolf Moon River (Rainer M. Schröder) Erschienen: September 2016 Seitenzahl: 380 Verlag: Cbt Verlag Softcover: 16,99 € ISBN: 9783570172391 Der Autor Der Autor Rainer M. Schröder wurde 1951 in Rostock geboren. Er ist einer der profiliertesten deutschsprachigen Jugendbuchautoren. Mit seinen bis ins kleinste Detail exakt recherchierten und spannend erzählten historischen Jugendromanen begeistert er seit mehr als zehn Jahren seine Leserschaft. Nachdem er viele Jahre ein wahres Nomadenleben mit zahlreichen Abenteuerreisen in alle Erdteile geführt hat, lebt er heute mit seiner Frau an der Atlantikküste von Florida. Woolf Moon River Patrick muss seine Mutter zu deren neuen Lover und seiner Tochter begleiten. Darauf hat er null Bock. Der Trip in die kanadische Wildnis und seiner Tochter Olivia konnte ja nur ein Horrortrip werden. Doch wie nah er der Hölle wirklich kommen würde, das hatte er nicht ahnen können. Denn ihr Flugzeug stürzt mitten in der Wüste ab, der Pilot ist tot und seine Mutter schwer verletzt. Nun bleibt dem Sechzehnjährigen nichts anderes übrig, als sich mit der verhassten Olivia auf die Suche nach Rettung zu machen. Die beiden Teenager schlagen sich quer durch die Wildnis und treffen kurz vor dem Aufgaben auf den mysteriösen Jack, der ihnen etwas von Leichen und Mördern, die ihn verfolgen erzählt. Beide können ihn nicht wirklich einschätzen, doch als sie erkennen, mit wem sie es zu tun haben, ist es schon fast zu spät. Fazit Ein interessanter Jugendroman, der wirklich spannend begonnen hatte. Nachdem ich mich eingelesen und die Protagonisten ein wenig näher kennengelernt hatte, gefiel mir der Roman richtig gut. Die Handlung lief spannend dahin und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Leider verrät der Klappentext schon ziemlich viel, weshalb eigentlich klar war, wohin die „Reise“ geht. Schade fand ich, dass Patrick und Olivia erst kurz vor dem Ende auf Jack stoßen, sodass der wirkliche Showdown erst wenige Seiten vor Schluss beginnt. Das hat zur Folge, dass der Leser die beiden Protagonisten auf ihrem Trip durch die Wildnis begleitet und bis zum Ende auf das Zusammentreffen wartet. Diese Szenen erstrecken sich dann jedoch nur auf wenige Seiten, was mich leider ein wenig enttäuschte. Der Schreib- und Erzählstil des Buches war von Beginn an spannend. Was mir jedoch ebenfalls von Beginn an etwas sauer aufstieß, war der Sprachstil des Protagonisten Patrick. Er sollte wohl machohaft und oberflächlich wirken, kam aber mit langweiligen und vor allem mittlerweile ausgekauten Plattitüden, die mir schnell auf die Nerven gingen. Spruch reihte sich an Spruch, was mir persönlich absolut nicht gefiel und auch das machohafte nicht wirklich unterstrich. Auch, dass Patrick, nachdem er sich die ganze Zeit mit Olivia angezickt hat, plötzlich einsieht, dass er ein Idiot ist und auf die Hilfe des Mädchens angewiesen ist, fand ich zu schnell und plötzlich. Alles in allem konnte mich das Buch in gewisser Weise überzeugen, allerdings hatte es für mich viel mehr Potenzial, als es letztlich ausgenutzt hat.

Battle Island (Peter Freund)

Battle Island (Peter Freund) Erschienen 25. Juli 2016 Seitenzahl: 543 Verlag: Cbj Verlag Broschiert: 14,99 € ISBN: 9783570153802 Der Autor Peter Freund ist seit 1980 in der Film- und Fernsehbranche tätig, lebt und arbeitet in Berlin. Schon seit Ende der 80er Jahre hat er neben Drehbüchern für Filme und Serien immer wieder auch Romane und Geschichten geschrieben und veröffentlicht. Viele seiner Bücher stürmten die Bestsellerlisten, wurden in neunzehn Sprachen übersetzt und in dreiundzwanzig Ländern veröffentlicht. Battle Island Als Lou, die eigentlich Louisa heißt, für die Castings der neuen TV-Show Battle Island ausgewählt wird, kann sie ihr Glück kaum fassen. Dem Gewinner der Show winken eine Million Euro. Mit dem Preisgeld könnte sie ihrem Ziel, ihrer Mutter eine Therapie zu bezahlen und somit das Leben zu retten, einen großen Schritt näher kommen. Doch das Geld möchten auch all die anderen Teilnehmer gewinnen und das um jeden Preis. Millionen von Zuschauern verfolgen die Suche nach dem Schatz, doch die Kandidaten sind von der Außenwelt abgeschnitten. Schnell wird aus der Unterhaltungsshow ein Spiel um Leben und Tod. Fazit Ein Buch, welches mir durch seine interessante Covergestaltung und den Klappentext ins Auge gesprungen ist. Es erinnerte mich ein wenig an „Abschlusstakt“ von Arno Strobel und ich hatte Lust auf ein Insel-Abenteuer, welches sich scheinbar zu einem spannenden Thriller entwickeln sollte. Doch leider verlor ich bereits auf den ersten Seiten die Lust am Lesen. Die Charaktere fand ich oberflächlich und unspannend. Mich konnte weder die Hauptprotagonistin Lou packen, noch die zickige Sophie, die sich durch ihre Stichelein und ihre Art immer wieder selbst aus dem Rennen wirft. Der Schreib- und Erzählstil hat mir zu Beginn recht gut gefallen, allerdings fand ich ihn wenig spannungsaufbauend. Der Roman begann spannend, mitten im Geschehen, als Lou gerade auf der Suche nach dem Schatz verfolgt und gejagt wird. Es folgen zahlreiche Rückblenden aus ihrem alten Leben und wie sie überhaupt zu Battle Island gekommen ist. Das alles konnte mich leider nicht packen und fand ich alles in allem ziemlich fad. Schade, denn das Buch hat eine beachtliche Zahl an Seiten und das Durchquälen war wirklich kein Spaß. Der Klappentext verspricht meines Erachtens mehr als das Buch wirklich leisten kann. Die Suche nach dem Schatz entwickelt sich natürlich zu einem Thriller bei dem es um Leben und Tod geht, allerdings war vieles der Handlung einfach voraus zu sehen und brachte auch durch die eigentlich fesselnde Thematik leider keine Spannung. Interessant fand ich die Hintergründe der TV-Show, bei denen es natürlich vor allem darum geht, Zuschauer zu animieren und zu „sammeln“, wobei den „Spielemachern“ die Mittel relativ egal sind. So gibt es auch den ein oder anderen Streit und andere zwischenmenschliche Beziehungen zwischen den Kandidaten und den Erstellern der Show. Hier spürt man ganz deutlich das Insiderwissen des Autors, welches er in den Roman einfließen lässt. Für mich leider trotzdem ein Flop, der mich nicht packen oder fesseln konnte. Es erinnert in seinen Grundzügen ein wenig an Panem, kann aber leider mit keinem der Bücher mithalten.

Gläsernes Schwert (Victoria Aveyard)

Gläsernes Schwert (Victoria Aveyard) Erschienen 01.Juli 2016 Seitenzahl: 576 Verlag: Carlsen Hardcover: 21,99 € ISBN: 978-3551583277 Übersetzt von: Birgit Schmitz Die Autorin Victoria Aveyard studierte das Schreiben von Drehbüchern an der University of Southern California. Inzwischen arbeitet sie selbst als freie Autorin und lebt abwechselnd in ihrem Heimatort in Massachusetts und in Los Angeles. Mit ihrem Debütroman „Die rote Königin“, dem ersten Band der „Die Farbe des Blutes“-Reihe hatte sie großen Erfolg. Er ist ein New-York-Times und Spiegel-Bestseller. Gläsernes Schwert Mare ist anders als ihre Familie. Sie und ihr Bruder Shade verbindet den Zusammenhang von Rot und Silbern. Durch ihre Adern fließt rotes Blut, aber sie haben Fähigkeiten, welche eigentlich nur den Silbernen ihrer Gesellschaft zugeordnet sind. Mare, die am Königshof gefangen gehalten wurde, konnte flehen und will nun den Kampf gegen König Maven. Sein Bruder Cal, ihr Bruder Shade sowie alte Freunde wie Kilorn und Farley unterstützen sie dabei. Doch der Kampf wird nicht einfach sein, denn Mare vertraut niemandem. Nicht einmal ihrem eigenen Blut. Sie ist ein Schwert im Kampf und genauso fühlt sie sich auch. Sie fürchtet keinen Schmerz und klammert sich an ihren Plan. Dieser beinhaltet so viele Neublüter wie möglich zu rekrutieren und mit ihnen gegen König Maven vorzugehen. Dieser hat nur einen Plan Er will Mare für sich. Fazit Ein spannender zweiter Teil, auf welchen ich mit Spannung gewartet habe. Den ersten Teil „Die rote Königin“ fand ich grandios und unglaublich gut gelungen. Ich wurde nicht enttäuscht, auch wenn ich zu Beginn des fantastischen Romans schwierig wieder ins Geschehen kam. Die Charaktere waren mir nicht wirklich in Erinnerung geblieben und ich musste mein Wissen um den ersten Band noch einmal auffrischen. Doch nach einigen Kapiteln kam ich durch die Aufrechterhaltung der Spannung wieder in die Geschichte rein und konnte mit den Protagonisten mitfiebern. Vor allem Mare hatte sich für meinen Geschmack sehr stark verändert. Sie ist nicht mehr das rot-silberne Mädchen, was zu Beginn des ersten Teils an den Königshof kam. Zuviel ist passiert und Mare ist zur „Blitzwerferin“ geworden, zu einer Kämpferin, der immer mehr das Gefühl für Freunde und Feinde zu schwinden scheint. Der Schreib- und Erzählstil des Romans steht dem ersten Teil um nichts nach und gefiel mir sehr gut. Es war fesselnd und spannend, ich wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Allerdings muss ich sagen, dass mir Mare ab der Hälfte des Buches ziemlich auf die Nerven ging. Gemäß ihrer Einstellung „Jeder kann jeden verraten“, traut sie auch keinem mehr und stößt jeden von sich, der sich ihr nähern will. Das gilt auch für ihr eigenes Blut. Innerlich zerreißt sie dies und sie fühlt sich dementsprechend zurück gestoßen, was jedoch ihre eigene Schuld ist. Nicht mal ihrem besten Freund aus Kindertagen kann sie vertrauen… Die Handlungen, die daraufhin folgen und das Kopfzerbrechen darüber von Seiten der Hauptprotagonistin ist am Anfang noch in Ordnung, schließlich hat sie auch viel durchgemacht, nervt aber später nur noch. Das gesamte Buch dreht sich um sie und ihre wirren Gedanken, die sie des Öfteren umtreiben. Das stellte das ganze Geschehen etwas in den Hintergrund, wie ich fand. Die „Beziehung“, die Mare im Roman mit Cal aufrecht erhält, ist auch etwas seltsam. Sie teilen sich ein Zimmer und auch ein Bett, aber schlafen nicht miteinander? Relativ unwahrscheinlich. Weil Cal sich einfach nicht traut? Sie tun dies, aber bis zum Schluss ist sich Mare seiner Einstellung zu ihr nicht sicher? Kann ich nicht nachvollziehen und finde ich unpassend. Alles in allem ein guter zweiter Band, der mir sehr gut gefallen hat. Allerdings hat er im Vergleich zum ersten Band ein paar Schwachstellen, die mit der Veränderung von Mares Charakter zu tun haben und dem Leser wirklich auf die Nerven gehen. Entweder ist sie eine starke Kämpferin, dann aber auch mit Stärke und Charakter. Oder sie weint über ihre eigene Unfähigkeit Vertrauen zu den Menschen zu entwickeln und verwickelt sich selbst in ihre depressiven Gedanken. Im vorliegenden Buch ist es leider letzteres. Ich bin gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht.

Nachtvogel oder Die Geheimnisse von Sidwell (Alice Hoffman)

Nachtvogel oder Die Geheimnisse von Sidwell (Alice Hoffman) Erschienen: Mai 2016 Seitenzahl: 201 Verlag: S. Fischer Verlage Hardcover: 12,99 € ISBN: 9783737353878 Die Autorin Alice Hoffman wurde 1952 in New York geboren und lebt derzeit in Boston. Ihre Kinder- und Erwachsenenromane wurden in über 20 Jahre übersetzt und zudem mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Nun legt Hoffman mit „Nachtvogel oder Die Geheimnisse von Sidwell“ einen neuen bezaubernden Roman vor. Nachtvogel Twig ist mit ihrer Mutter vor langer Zeit nach Sidwell gezogen. Ein idyllisches Städtchen fernab. Doch als die kleine Familie in Sidwell ankommt, sitzt Twig nicht allein auf dem Rücksitz des Wagens ihrer Mutter. Ihr Bruder James sitzt dort ebenfalls, doch James darf niemandem unter die Augen treten. Niemand darf auch nur von ihrem großen Bruder erfahren. Deshalb muss sich auch Twig so unsichtbar wie möglich zu machen, damit keine Gedanken an sie und ihre Familie verschwendet werden. Doch als Julia und ihre Familie in ihre Nachbarschaft zieht und unbedingt Twigs Freundin sein will, ändert sich für das Mädchen alles. Denn Julia lässt sich nicht davon abringen, Twigs beste Freundin zu sein… Fazit Ein spannendes und unterhaltsames Kinder- und Jugendbuch. Allerdings möchte ich das Buch eher in den Kinderbuchbereich einordnen. So ist auch die Hauptprotagonistin noch sehr jung und kindlich. Trotzdem schlägt sie sich in diesem Buch mit Problemen herum, die für sie sehr schwierig sind. In der Schule kapselt sie sich absichtlich ab, hat keine Freunde, die sie zu Haue besuchen können. Einen einzigen Freund hat sie, den sie auch außerhalb der Schule ab und an treffen kann. Doch niemandem kann sie von ihrem Bruder erzählen. Doch dann taucht Julia auf und bringt mit ihrer lebenslustigen Art alles durcheinander. Twigs Leben wird gehörig auf den Kopf gestellt. Der Schreib- und Erzählstil des Buches ist locker, leicht und einfach zu verstehen. An einigen Stellen für mich etwas zu leicht, was aber ebenfalls mit dem Kinderbuchgenre zu erklären ist. Lange ist nicht klar, was genau das Geheimnis von Sidwell ist. Es wird gemunkelt, geflüstert und Gerüchte gestreut. Doch nur Twig und ihre Mutter, die früher ebenfalls ein lebenslustiger Mensch war, wissen über das Geheimnis. Sie können jedoch nicht an die Öffentlichkeit. Besonders gut gelungen finde ich die Ausgestaltung des Ortes Sidwell, welches mir sehr anschaulich beschrieben wurde. Dazu kommen die beiden Protagonistinnen, welche neben Twig in die Nachbarschaft ziehen. Die beiden sind sympathisch wie zauberhaft. Sie versuchen Twig aufzumuntern und verschaffen ihr so ein Schlupfloch zurück ins Leben. Ein süßes Kinderbuch, was zum Träumen und Fantasieren einlädt. Gut gelungen und sorgte bei mir, nicht nur durch sein wunderschön gestaltetes Cover, für einen unterhaltsamen Nachmittag.

Bitter & Sweet: Geteiltes Blut (Linea Harris)

Bitter & Sweet: Geteiltes Blut (Linea Harris) Erschienen: Juli 2016 Seitenzahl: 367 Verlag: Piper Verlag Softcover: 12,99 € ISBN: 9783492704229 Die Autorin Linea Harris ist seit 2012 selbst als Werbetexterin tätig sowie als Grafikdesignerin. Nach ihrem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Danach veröffentlichte die junge Mutter 2014 ihren ersten Fantasyroman von „Bitter & Sweet“ im Selfpublishing und landete damit einen großartigen Erfolg. Kurz darauf folgten zwei weitere Bände, die ebenfalls zu Bestsellern wurden. Die Thüringerin wohnt heute mit ihrer Familie mitten im grünen Herzen Deutschlands. Geteiltes Blut Jillians zweites Schuljahr an der Winterford Akademie steht bevor. Nicht nur, dass sie sich ungemein darauf freut, es wird auch alles anders sein in diesem Schuljahr. Denn jetzt ist da ein unglaublich attraktiver Vampir, der ihr nicht mehr aus dem Kopf geht. Als sie jedoch an die Schule zurückkommt, ist die nicht mehr das, was sie einmal war. Gerade von dem der Schule anliegenden Wald scheint eine unsichtbare Bedrohung auszugehen, die Jill nicht einordnen kann. Unbekannte Mächte sind ihrem Geheimnis auf der Spur. Die junge Hexe muss sich mehr denn je auf ihre Aufgabe und Rolle konzentrieren. Ihre dämonische Abstammung muss unter allen Umständen verborgen bleiben. Fazit Ein unglaublich gelungener zweiter Teil, der mich wirklich überzeugen konnte. Von Beginn an konnte mich der Roman fesseln und halten. Ich mochte ihn gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Protagonistin Jill wartet wieder mit ungeahnten Geheimnissen und Eigenarten auf. Deshalb kommt es auch gleich zu Beginn zu einer großen Katastrophe, welche sich durch das gesamte Buch zieht. Doch genau dieser Aufhänger ist es, welcher sich wie ein roter Spannungsfaden durch das Buch zieht. Ryan ging mir ziemlich auf die Nerven. Ich fand seine Reaktion unpassend und übertrieben. Doch sie brachte für Jill ungeahnt Herausforderungen mit sich, mit welchen sie ihr neues Schuljahr absolvieren muss. Der Schreib- und Erzählstil des Buches ist locker, leicht und spannend. Von der ersten Seite an nimmt einen das Buch gefangen. Erneut konnte mich auch die Geschichte nach wenigen Seiten in ihren Bann ziehen. Die beiden Protagonistinnen Ally und Jill sind angenehm und führen den Leser durch die Story. Die Winterfold Akademie scheint jedoch nicht mehr zu sein, was sie einmal war und erscheint sogar ziemlich unheimlich. Jill hat von Beginn an alle Hände voll zu tun. Nicht nur mit seltsamen Mächten, die scheinbar ihr Unwesen treiben, sondern auch mit ihren Gefühlen. Besonders gut gelungen finde ich die Ausgestaltung der Eigenschaften, welche die einzelnen Protagonisten haben. Dies gefiel mir bereits im ersten Band und konnte mich auch im Folgeteil fesseln. Die Geschichte zieht ungeahnte Kreise und nimmt immer größere Ausmaße an. Ich bin gespannt, wie es im dritten Teil „Verlorene Welt“ weitergeht.

Tag Vier (Sarah Lotz)

Erschienen

  1. April 2016

Seitenzahl: 448

Verlag: Goldmann Verlag

Broschiert: 14,99 €

ISBN: 978-3442314171

 

Die Autorin

 

Sara Lotz ist Drehbuch- und Romanautorin und lebt mit ihrer Familie und diversen Tieren in Kapstadt in Südafrika. Weitere Informationen findet ihr auf ihrer Webseite www.sarahlotz.com.

 

Tag Vier

 

Langsam schippern die Passagiere des großen Kreuzfahrtschiffes durch den Ozean. Alles scheint friedlich zu sein. Die See ist ruhig und die Stimmung ist gut. Doch als das Schiff den vierten Kreuzfahrttag erreicht, stoppen plötzlich die Motoren. Doch keiner der Stuarts scheint zu wissen, was passiert ist. Mit der Zeit werden die Passagiere unruhig. Der Kapitän des Dampfers sichert ihnen Ruhe zu. Einige scheinen dies jedoch nicht glauben zu wollen. Denn nicht nur die Motoren sind stillgelegt, es gibt auch keinen Funk- oder Handyempfang. Als sich die Situation verschlimmert und auch noch das Essen knapp wird, beginnt auch die Besatzung unruhig zu werden. Schließlich wird die Leiche einer jungen Frau in einer Kabine entdeckt und erste Gerüchte machen sich breit. An Bord scheint sich ein Mörder zu befinden, doch auch andere merkwürdige Dinge geschehen…

 

Fazit

 

Ein Thriller, welcher mir vor allem durch seine ansprechende Covergestaltung ins Auge sprang. Zu sehen ist ein Kreuzfahrtschiff in der Nacht, welches hell beleuchtet fährt. Doch es leuchtet in einem unheimlichen Blau. Auch der Titel ist in diesem leuchtenden Blau gehalten und darunter befinden sich vier Striche, welche für die Tage stehen. Auch die Ferienatmosphäre und das Verreisen auf einem Kreuzfahrtdampfer sprach auf jeden Fall für die nähere Betrachtung des Thrillers.

 

Der Schreib- und Erzählstil des Romans schien mir zunächst sehr angenehm. Es begann mitten im Geschehen, direkt am vierten Tag. Das fand ich ein wenig schade, da ich befürchtete, dass die wunderbare Atmosphäre einer typischen Kreuzfahrt nicht zum Tragen kommen könnte. Dies war jedoch nicht so. Es wurden durch verschiedene Erzählperspektiven einige wichtige Protagonisten und Passagiere vorgestellt, welche der Leser kennenlernte. Dies zog sich durch den gesamten Roman. So bekam man die Geschichte aus mehreren Perspektiven berichtet. Das fand ich einerseits sehr spannend, auf der anderen Seite hat vermutlich jeder Leser seinen Lieblingsprotagonisten, sodass ich immer ein wenig gelangweilt war, wenn dieser gerade nicht berichten konnte. Da das Buch direkt am vierten Tag startet, zieht dieser sich durch den gesamten ersten Teil. Das fand ich, trotz verschiedener Perspektiven, etwas langatmig. Auch wollte mich die Geschichte nach der anfänglichen Spannung nicht mehr recht packen zu wollen und ich quälte mich durch die lange Mitte. Die Tage vergingen und die Spannung des Thrillers, mit welcher ich gerechnet hatte, wollte nicht wieder kommen. Das war sehr schade, denn auch das etwas andere Ende, als ich es erwartet hatte, konnte diesen Spannungsabfall und die Langgezogenheit des Romans nicht wieder wettmachen. Das Ende fand ich eher verwirrend und seltsam, für den Thriller etwas unangebracht. Das ist jedoch Geschmacksache.   

            

Alles in allem leider ein Roman, von dem ich durch Aussehen, Klappentext und Empfehlung des „Meister des Horrors“ Stephen King („Wundervoll. Erstklassige Unterhaltung!“) mehr versprochen habe. Für den Urlaub und das Sommerfeeling trotzdem zur Unterhaltung geeignet.

 

http://immer-mit-buch.blogspot.de/2016/08/rezension-tag-vier-sarah-lotz-ich-hatte.html

Fünf am Meer (Emma Sternberg)

 

Erschienen:

Mai 2016

Seitenzahl: 464

Verlag: Heyne Verlag

Taschenbuch: 9,99 €

ISBN: 3453421639

 

Die Autorin

 

Emma Sternberg, geboren 1979, hat schon fast überall gewohnt: in Hamburg, in Oberbayern, in Frankfurt, in Berlin. Wo es am schönsten ist? Natürlich immer da, wo sie noch nicht gewesen ist – das ist ja die Krux mit dem Leben.

 

Fünf am Meer

 

Als Linn von ihrem Freund Martin betrogen wird, bricht für sie eine Welt zusammen. Allerdings folgt auf Schatten ja bekanntlich auch Licht und das Glück steht bei Linn in Form eines jungen Rechtsanwaltes vor der Tür, der ihr eine Erbschaft ankündigt. Kurzerhand entschließt sie sich in die USA zu reisen und sich das Haus, welches sie von einer Großtante geerbt haben soll, in den Hamptons anzuschauen. Dort lernt sie die fünf lebenslustigen Mitbewohner kennen. Diese wachsen ihr schnell ans Herz, als sie gemeinsam Granatapfel-Manhattans und Storys über Linns interessante Tante Dorothy zum Besten geben. Doch dann taucht ein Journalist in den Hamptons auf, der wohl mehr zu wissen scheint, als Linn lieb ist.

 

Fazit

 

Ein interessanter Roman, welcher Lust auf Sommer, Sonne, Strand und Meer macht. Die Hautprotagonistin Linn begibt sich nach einer schweren Trennung in die Hamptons, um dort ihr Erbe anzutreten. Dort kommt alles anders als gedacht und Linn weiß bald nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Die fünf Senioren im Haus sind grundverschieden und Linn weiß nicht, was sie tun soll, als sie vor eine schwere Entscheidung gestellt wird. Als dann jedoch der attraktive Journalist Alan auftaucht, scheint sich das Blatt zu wenden.

 

Der Schreib- und Erzählstil der Autorin ist locker leicht und macht Lust auf den Sommer. Man kann sich sehr gut in die Protagonisten hineinversetzen und wünscht sich fast nichts mehr, als ebenfalls in dem Haus in den Hamptons zu wohnen. Das gefiel mir an dem Roman richtig gut. Auch die sommerliche Atmosphäre ist in jeder Seite und fast jedem Satz spürbar. Allerdings konnte ich keine wirkliche Tiefe in dem Buch erkennen. Für mich blieb die gesamte Handlung ziemlich an der Oberfläche und auch das Schicksal der Protagonisten konnte mich nicht berühren. Das ist unglaublich schade, denn der Roman hat wirklich Potenzial.

 

Mich sprach vor allem das wunderschön gestaltete Cover an, welches durch seinen sommerlichen Hintergrund, die Blautöne und die bunt gestalteten Buchstaben des Titels, förmlich URLAUB und SOMMER schreit. Und obwohl ich den Roman schnell durchgeschmökert hatte, war ich nach dem Ende nicht wirklich zufrieden. Ich hatte mir leider ein wenig mehr erhofft. Auch die Protagonistin Linn, welche im Roman die Hauptrolle spielt, war für mich nicht wirklich authentisch.

 

Das ist wirklich schade, aber nicht mehr zu ändern. Trotzdem war der Roman unterhaltsam und ansprechend. Sommerlich, leicht.

 

http://immer-mit-buch.blogspot.de/2016/08/rezension-funf-am-meer-sommerlich.html

Herzflattern mit Karamell oder Wie ich in zwei Wochen mein Leben ruinierte (Erin Gough)

 

Erschienen:

  1. März 2016

Seitenzahl: 352

Verlag: Fischer KJB

Hardcover: 15,99€

ISBN: 3737340285

 

Die Autorin

 

Erin Gough gewann 2013 mit dem Manuskript zu ihrem Debüt ›Herzflattern mit Karamell oder Wie ich in zwei Wochen mein Leben ruinierte‹ einen Nachwuchspreis. Zuvor veröffentlichte sie Kolumnen und Kurzgeschichten. Sie lebt in Sydney, Australien, und liebt Karamell-Milchshakes und Kaffee über alles.

 

Herzflattern mit Karamell

 

Delilah ist 17 Jahre alt und hat nichts anderes im Kopf als Mädchen und Schule. Gerade das sind zwei nicht zusammenpassende Komponenten. Zumal ihre Schulkameraden ihr das Leben zur Hölle machen. Als ihr Vater überraschend auf Weltreise geht, muss die Jugendliche plötzlich das Familiencafè „Flywheel“ leiten. Das ist schwieriger als gedacht, zumal der bisherige Geschäftsführer nicht mehr aushelfen kann. Allerdings kommt die Situation für Delilah ganz passend, denn die Schule will sie sowieso schmeißen und außerdem hat sie aus dem Café einen viel besseren Blick auf das Nachbarrestaurant und die attraktive Kellnerin Rosa. Für sie und ihren besten Freund Charlie wird das „Flywheel“ zu ihrer eigenen kleinen Welt. Doch dann scheint sich alles und jeder gegen sie zu verschwören.

 

Fazit

 

Im Roman heißt es immer der Frage nach: Wie viel Flywheel-Spezial-Karamell-Milchshake braucht man wirklich, um ein ruiniertes Leben zu retten? So fühlt sich zumindest Delilah, welche unfreiwillig ins Kreuzfeuer geraten ist. „Herzflattern wie Karamell“ ist ein wirklich bittersüßer und witziger Roman über das Erwachsenwerden sowie das Unabhängigwerden von Eltern und Freunden. Es geht um unmögliche beste Freunde und das Finden wie Behalten der ganz großen Liebe. Das alles ist für Delilah nicht so einfach und dass sie auf Mädchen steht, macht es ihr auch nicht gerade leichter.

 

Der Schreib- und Erzählstil ist locker, luftig und wirklich amüsant. Er hat mich wunderbar unterhalten und mir ein paar schöne Stunden am Nachmittag beschert. Den Roman selbst hatte ich innerhalb von zwei Tagen durchgeschmökert. Gerade weil er so bunt, kurzlebig und amüsant ist, kann man sich seinem Charme sehr gut hingeben. Bestechen kann der Roman zudem durch für jeden aktuelle Themen. Denn wer war nicht auch mal jung und fragte sich, ob sich eigentlich alles und jeder gegen einen verschwören hat? Ich definitiv :)

 

Ein tolles Buch, welches mir von hinten bis vorn sehr gut gefallen hat. Nicht nur das Cover besticht durch eine unglaublich ansprechende Farbgestaltung sowie eine sommerliche, frische Atmosphäre. Delilah ist eine wirklich sympathische Protagonistin, ebenso wie ihr bester Freund Charlie, der es mit den Frauen wirklich nicht so einfach hat. Doch gemeinsam gehen sie durch dick und dünn und hoffen auch diese Schwierigkeiten gemeinsam durchzustehen.

 

http://immer-mit-buch.blogspot.de/2016/08/rezension-herzflattern-mit-karamell-su.html

One Dollar Horse (Lauren St John)

 

Erschienen:

Oktober 2015

Seitenzahl: 318

Verlag: Freies Geistesleben & Urachhaus

Hardcover: 17,90 €

ISBN: 3772526918

 

Die Autorin

 

Lauren St John wuchs in Zimbabwe in einem Wildreservat auf. Als Kinderbuchautorin machte sie sich einen Namen mit der Afrika-Reihe „Die weiße Giraffe“, „Die Nacht der Delfine“, „Der letzte Leopard“ und „Das Tal der Elefanten“. Als begeisterte Pferdeliebhaberin hat sie nun eine Trilogie für Jugendliche geschrieben, bei welchem es vor allem ums Reiten und Pferde geht. „One Dollar Horse“ ist der erste Band.

 

One Dollar Horse

 

Casey lebt mit ihrem Vater in einem schäbigen Wohnblock in London. Ihre Zeit verbringt sie am liebsten auf einem Pferdehof, wo sie als Stallmädchen aushilft. Ihr Traum ist es einmal auf dem weltgrößten Turnier im Vielseitigkeitsreiten, den Badminton Horse Trials, zu reiten und dieses natürlich zu gewinnen.

Eines Tages findet sie auf einem Spaziergang ein wildes und halb verhungertes Pferd, in welches sie sich sofort verliebt. Allerdings hat sie kein Geld, um für das Tier sorgen zu können. Ihr Vater versucht ihr zu helfen, wo er kann, jedoch hat auch er seine Grenzen. Und diese beziehen sich vor allem auf das liebe Geld. Doch Casey will nicht aufgeben und schafft es über einige Hindernisse.

Doch dann stielt sich ein Junge mit wunderbar dunklen Augen in ihr Leben und Casey scheint ihr Ziel aus den Augen zu verlieren. Sie muss sich auf ihre Karriere konzentrieren…

 

Fazit

 

Ein wunderbar aufregender Roman voller liebe zum Tier. Die Liebe zum Pferd ist es, welche den Roman so emotional und ansprechend werden lässt. Besonders ansprechend dabei ist die Rolle des Pferdesports, welche dem Leser in diesem Roman vermittelt wird. Die Hauptprotagonistin Casey wird mitten hineingeworfen in ein spannendes Abenteuer und der Leser gleich mit ihr. Die Leidenschaft des Mädchens überträgt sich auf die Atmosphäre des Romans, weshalb man ihn gar nicht wieder aus der Hand legen möchte.

 

Der Schreib- und Erzählstil ist einfach, strukturiert und ansprechend. Für meinen Geschmack an einigen Stellen zu einfach und nicht altersentsprechend. Dies gab sich allerdings nach einiger Zeit wieder oder fiel mir nicht mehr so stark auf. Das Thema schaffte es weiterhin mich zu fesseln. An einigen Stellen war die Geschichte ein wenig vorhersehbar, allerdings störte das den Lesefluss nicht wirklich. Es ist nichts Neues, da jedes Mädchen vermutlich irgendwann einmal den Traum einer großen Turnierreiterin vor sich hatte oder diesen noch immer träumt. So auch in diesem Roman.

 

Doch gerade die Beziehung des jungen Mädchens zu ihrem Tier ist es, die den Leser wirklich fesselt. Da das Buch auch einige überraschende Momente aufweist, hatte ich auch nicht das Bedürfnis es aus der Hand zu legen. Im Gegenteil, ich würde sehr gern wissen wollen, wie es mit Casey und ihrer Pferdeverliebtheit weitergeht. Einige Handlungsweisen der Protagonisten im Roman waren für mich unverständlich und führten daher ein wenig zu dem Gefühl des Zwanges für die Autorin, noch eine Überraschung herbei führen zu müssen und deshalb die Protagonisten so handeln zu lassen.

 

Alles in allem aber ein gelungener Auftakt der „One Dollar Horse“-Trilogie der Autorin.

 

http://immer-mit-buch.blogspot.de/2016/08/rezension-one-dollar-horse-mehr-als-ein.html

Wir sehen uns dort oben (Pierre Lemaitre, Christian de Metter)

 

Erschienen:

Juni 2016

Seitenzahl: 176

Verlag: Splitter Verlag

Hardcover: 29,80 €

ISBN: 3958393934

 

Die Autoren

 

Pierre Lemaitre ist ein französischer Schriftsteller und Drehbuchautor. Für seinen Roman Au revoir là-haut (Wir sehen uns dort oben) wurde er 2013 mit dem bedeutendsten französischen Literaturpreis, dem Prix Goncourt, ausgezeichnet.

 

Christian de Metter ist französischer Comicbuchautor und schafft mit der Zeichnung von Wir sehen uns dort oben ein ansprechendes Werk.

 

Wir sehen uns dort oben

 

Nachdem im Jahr 1918 die Gräuel des Ersten Weltkriegs endlich beendet zu sein scheinen und gerade Frankreich versucht, krampfhaft wieder in die Normalität zurück zu finden, gibt es für Kriegsveteranen kaum noch Platz. Zahlreiche Wiederkehrer von den Schlachtfeldern können nichts zum Wiederaufbau des Landes beitragen und sind zu Krüppeln verunstaltet. So ergeht es auch Albert und Edouard. Einer der beiden ist schwer traumatisiert, während der andere entstellt ist. Doch Frankreich hat für Krüppel keinen Platz. So bleibt den beiden nichts anderes übrig, als sich gemeinsam durchzuschlagen. Doch in ihrem Herzen keimt noch etwas anderes als der pure Überlebenstrieb: sie wollen Rache. An demjenigen, der sie verraten hat. Dafür hecken sie einen Plan aus, denn man sieht sich immer zweimal im Leben. Und schließlich stehen sie ihrem Widersacher gegenüber…

 

Fazit

 

Der vorliegende Comic, welcher eine Verbildlichung des Romans „Wir sehen uns dort oben“ von Pierre Lemaitre ist, beinhaltet das vom Ersten Weltkrieg gezeichnete Frankreich. Zwei vom Krieg ebenfalls gezeichnete Soldaten, Albert und Edouard kommen nach Hause und nichts ist mehr wie es war.

 

Der Autor versucht die Gräuel des Ersten Weltkrieges nachzuempfinden. Einen Krieg, den er selbst nie erlebt hat. Seine beiden Hauptprotagonisten jedoch schon. Lemaitre verarbeitet in seinem Buch jedoch viel mehr, menschliche Abgründe, Realitäten fernab jeglicher Vorstellungskraft, Freundschaft und Zusammenhalt. Aber auch Rache, Kriegsgewinner und – Verlierer finden in seinem Buch Erwähnung. Christian de Metter versucht dieses Themenspektrum und den Anspruch des Autors nun in einem Graphic Novel umzusetzen.

 

Besonders bei dem gefühlvollen Antihelden Albert, der in jedem Menschen das Gute zu sehen scheint und dem es sichtbar schwer fällt, Rache üben zu wollen, fällt die Lebendigkeit der Figuren im Comic auf. Ihn möchte man an einigen Stellen gern noch einmal darauf hinweisen, was ihm angetan wurde, aber ich denke genau das ist im Roman auch gewollt. Durch eine gebückte Körperhaltung und zahlreiche Mimik und Gestik, wird eine große Melancholie sichtbar, die von Albert ausgeht. Sein Freund Edouard ist entstellt und ihm fehlt jeglicher Lebenswille. Zu seiner Familie will er in seinem Zustand schon gleich gar nicht zurück. Auch er wird unglaublich authentisch dargestellt.

 

Besonders durch düstere Farben und schraffierte Szenen, wird die Atmosphäre des Romans gut eingefangen und umgesetzt. Jede Figur erhält durch eine eigenwillige Gestaltung ihren Charakterzug. Auch die schnörkellose Darstellung der Figuren und Sprechblasen, finde ich äußerst passend. Ich denke im Roman spielt die Frage nach dem Helden und dem Antihelden eine wichtige Rolle, dies kommt jedoch im Comic nicht ganz so gut heraus, wie es das im Roman tut. Gerade, weil nicht alle Sprechszenen dargestellt werden können.

 

Alles in allem eine gelungene Darstellung eines Romans, welcher unglaublich fesselt und aufwühlt. Dieser Comic fasst besonders für Wenigleser die wichtigsten Punkte zusammen.

 

http://immer-mit-buch.blogspot.de/2016/08/rezension-wir-sehen-uns-dort-oben-der.html

Das magische Fenster im Bild (Jolanta Lieser)

 

Erschienen

  1. November 2015

Seitenzahl: 172

Verlag: Renaissance Verlag Marburg

Hardcover: 14,95 €

ISBN: 978-3939442936

 

Die Autorin

 

Schon in ihrer Kindheit liebte Jolanta Lieser fantasievolle und phantastische Geschichten. Von fantastischen und anderen Wesen träumte sie bereits damals und tut es noch heute. Heute jedoch schreibt sie selbst über diese Wesen und entwirft fantasievolle Welten und Geschichten für kleine wie große Leser. „Das magische Fenster im Bild“ ist ihr Debütroman.

 

Das magische Fenster im Bild

 

Kaya ist genervt. Heute fangen die Ferien an und all ihre Freunde fahren weg. Es ist keine Schule und sie sieht sich schon die gesamten Ferien gelangweilt zuhause sitzen. Schon ist sie fast den Tränen nah. Auch ihre Eltern, die viel arbeiten müssen, haben keine Zeit für sie. Als sie eines Tages wieder einmal allein und gelangweilt zuhause ist entdeckt sie an der Wohnzimmerwand ein Bild, welches ihr bisher nie aufgefallen ist. Es zeigt ein Fenster, durch welches man eine wunderschöne Landschaft sehen kann. Dieses Bild birgt ein Geheimnis, denn es ist gleichzeitig ein Tor in eine andere, fantastische Welt, von welcher Kaya zunächst nichts ahnt. Doch plötzlich sind ihre Ferien alles andere als langweilig und es beginnt eine spannende Reise durch diese neue Welt.

 

Fazit

 

Ein wunderschön gestaltetes Kinderbuch, welches vor allem durch sein eigenhändig gestaltetes Cover ins Auge springt. Auch das Buch selbst ist im Inneren mit tollen Zeichnungen ausgestattet, welche eine wunderbare Abwechslung bieten und Bilder erzeugen, mit welchen man sich sehr gut ins Geschehen hinein denken kann. Für mich hätten es gern noch ein paar mehr dieser wunderbaren Bilder sein können, welche dieses Buch so besonders machen. Das Buch ist in fünf kleine Abenteuer eingeteilt, welche selbst noch einmal in Kapitel unterteilt sind. Diese fünf Geschichten sind die Abenteuer, welche Kaya in der Welt hinter dem magischen Fenster erlebt. So hat der Leser den Überblick und findet sich gut zurecht.

 

Der Schreib- und Erzählstil des Buches ist angenehm, locker und sehr einfach gehalten. Daran merkt man auch den Kinderbuchcharakter, was der Geschichte selbst aber keinen Abbruch tut. Die Hauptprotagonistin Kaya findet sich in einer Welt voller Hexen, Zwergen, sprechenden Katzen, bösen Feen und anderen Schattenwelten und wesen wieder. Zunächst kommt es ihr alles wenig geheuer vor, wie man auch als Leser sehr gut nachvollziehen kann. Doch schließlich kommt sie sehr gut zurecht und muss den anderen Protagonisten bei gefährlichen Aufgaben beistehen. Spannung wird aufgebaut, da der Leser nie weiß, was auf ihn zukommt und man wird mitten hinein in diese unbekannte Welt geworfen.

 

Für mich schien das Buch eine Mischung aus „Alice im Wunderland“ und „Der Zauberer von Oz“ zu sein. Einige Wesen und auch Abenteuer erinnerten mich an diese beiden unglaublich tollen Kinderbücher. Gerade zum Vorlesen finde ich dieses Buch sehr gut geeignet. Ich selbst fand es für meine Altersstufe etwas einfach gehalten, aber ich denke das ist auch nicht der Anspruch, den dieses Buch für sich trägt. Auch für Leseanfänger eignet es sich sehr gut, da auch die Schrift sehr groß ist. Alles in allem ein süßes Lesevergnügen, welches mich im Urlaub begleiten durfte und mir auch recht viel Spaß gemacht hat.

 

http://immer-mit-buch.blogspot.de/2016/07/rezension-das-magische-fenster-im-bild.html